E-Commerce in Europa: Die stärksten Wachstumsmärkten 2012 – 2017

Der E-Commerce in Europa wächst wie noch nie. Bis 2017 soll der Online-Handel um 70% wachsen

Laut einer Forrester-Studie entwickelt sich der E-Commerce in Europa als einer der größten Wachstumsmärkten Weltweit. Dem zufolge werden die Online-Handel Umsätze die 191-Milliarden-Euro-Marke innerhalb der nächsten drei Jahren erreichen. Das ist eine deutlich höhere Zahl als die aktuell bekannten 113 Milliarden. Ein wenig überraschend stellen Spanien und Italien auf dem gesamten Kontinent die stärksten E-Commerce-Wachstumssmärkte dar (18% und 16% Jährlich).

E-Commerce-Trend in Deutschland

In vielen europäischen Ländern wird der E-Commerce als ein wesentlicher Teil der Wirtschaft gelten und zwar noch ausgeprägter als anzunehmen war. Dies zeigt, dass die Akzeptanz der Verbraucher gegenüber Online-Angeboten immer größer wird und andererseits dass Händler verstärkt das Internet als Vertriebskanal nutzen. In Deutschland zeigt sich dieser Trend zum Beispiel in dem Online-Lebensmittelverkauf, wie eine Umfrage der Hamburger Unternehmensberater Fittkau & Maaß bestätigt. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen allerdings, dass die Big Player, wie Amazon, REWE und eBay, am meisten davon profitieren, aber auch kleinere Online-Supermärkte, wie Lebensmittel.de oder MyTime.de gewinnen Marktanteil. In Deutschland soll das Wachstum des E-Commerce-Marktes von 7% auf 10% bis 2017 steigen.

E-Commerce-Trend in Europa

Das Forrester-Papper prognostiziert für die 17 EU-Länder, die analysiert wurden, eine durchschnittliche Wachstumsrate von 11% pro Jahr. Diese Entwicklung wird auf dem Kaufverhalten, Kauferwartungen der Konsumenten und Kaufbedingungen zurückgeführt. Insbesondere spielen die Faktoren: Geldersparnis, mobiler Shopzugang und breite des Sortiments (in Vergleich zu der stationären Handel) eine wichtige Rolle.

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Forrester: European Online Retail Forecast, 2012 To 2017

Das Vereinigte Königreich und Deutschland zeigen einen reiferen E-Commerce-Markt, die obwohl weit von der Sättigung, langsamer als in Spanien und Italien wachsen werden.

Dennoch müssen Einzelhändler in Optimierung und Innovation investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben

Die Daten der Forrester-Studie zeigen außerdem, dass bis 2017 mehr als die Hälfte der Umsätze vom Verkauf audiovisuellen Medien übers Internet generiert werden. Außerdem werden durch die Online-Bestellung die Hälfte der Umsätze der Bücherverkäufe erzielt.

Ein weiterer Sektor, das ein großes Wachstum verspricht ist der Online-Lebensmittelverkauf. Bis 2017 schätzen die Experten, dass die europäischen Käufer rund 10 Milliarden für Speisen und Getränke Online ausgeben werden. Hierbei ist nicht nur mit Kundenfluktuation zu rechnen, sondern auch mit zusätzlichen Kosten für Investitionen in mobile Technologien (Shopping Apps) und innovative digitale Strategien.

Die Verbraucher ändern Ihr Konsumverhalten.

Ein Grund dafür scheinen die verbesserten Einkaufsbedingungen zu sein, nicht nur bei Online Shops. Das größte Einzelhandelsunternehmen Europas, Carrefoure mit Haupsitz in Frankreich hat ein Shopping Service mit entsprechenden mobilen App Names “Mon Panier” in lokalen Läden eingeführt, um Lebensmittel mit dem Smartphone zu kaufen.

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Shopping App: “Mon Panier” (Carrefour)

Die stärksten E-Commerce-Wachtunsmärkten: Spanien und Italien

Trotz der schlechten Phase (nicht nur im Fussball), in der Spanien und Italien sich befinden, werden Umsätze durch den Online-Vertrieb bis zum Jahr 2017 um 9,1 Mrd. Euro in Spanien und 8,3 Mrd. Euro in Italien, steigen. Dass entspricht einem Wachstum von 18% in Spanien und 16% in Italien pro Jahr.

Die bekanntesten (kostenlosen) Shopsysteme

Magento, Shopware, OpenCart, OsCommerce, PrestaShop und xt:Commerce sind laut Wikipedia die bekanntesten Open-Source-Shopsysteme. Die meisten dieser E-Commerce-Systeme ermöglichen durch Shopping-Apps auch mit mobilen Endgeräten einzukaufen. Aufgrund der niedrigen Kosten und großen Beliebheit von WordPress bei der Erstellung und Administration von Webseiten wird die WordPress-Erweiterung Woocommerce für die Integration eines Shops in modernen Webseiten zunehmend verwendet.

Der bedenkenlose Einsatz des WordPress-Plugins Woocommerce auf den deutschsprachigen Markt wird von drei Entwicklern maßgeblich vorangetrieben:

  • David Decker (Deckerweb) hat die WordPress-Erweiterung WooCommerce (de_DE) ins Deutsche übersetzt.
  • Ralf Paraiges (Vertrieb im Netz) bietet die günstigsten Varianten (WooCommerce German Shop Plugin) für die WordPress-Woocommerce-Anpassung an den deutschen Markt. Zugleich erfüllt diese Erweiterung alle rechtstechnischen Anforderungen und bietet zusätzliches Features an, die den WooCommerce-Shop noch flexibler und individueller gestalten lassen sollen.
  • Maketpress entwickelte (oder übersetzte, wage ich anzunehmen,) ein zusätzliches Plugins für WooCommerce-Webshops: WooCommerce German Market soll vor Abmahnungen in Deutschland / Österreich schützen und die notwendigen Funktionalitäten eines B2C-Shops ermöglichen.
Für mehr Information kontaktieren Sie uns bitteWir implementieren auf Ihre Bedürfnisse hin maßgeschneiderte Untersuchungsmodelle im Bereich Markt- und Medienforschung.

4 thoughts on “E-Commerce in Europa: Die stärksten Wachstumsmärkten 2012 – 2017

  • Interessante Zusammenfassung!

    Ich finde allerdings nicht, dass das starke Wachstum in Spanien und Italien wirklich überraschend ist. Da der Online-Handel hier noch bei weitem weniger etabliert ist als in den drei großen europäischen E-Commerce-Märkten Großbritannien, Deutschland und Frankreich, ist einfach ein unvergleichlich höheres Marktpotenzial vorhanden. Auch wenn der Markt etwa in Deutschland natürlich noch lange nicht gesättigt ist, ist es doch absolut natürlich, dass das Wachstum nach einem solchen Boom wie in den letzten Jahren etwas an Fahrt verliert. Wobei ja interessanterweise das tatsächliche Wachstum auch in den reiferen Märkten immer wieder deutlich über den Prognosen liegt (siehe z.B. hier: http://www.mehrsprachig-handeln.de/blog/2013/07/17/britischer-ecommerce-starkster-monat-seit-zwei-jahren/). Es bleibt sicherlich spannend zu beobachten, wie sich die Märkte tatsächlich entwickeln…

    • Hallo Frau Dr. Flinzner,

      Vielen Dank für Ihren Kommentar.
      Meiner Erfahrung nach kann ich bestätigen, dass die meisten Leser “starken Wachstum” der E-Commerce nicht mit der konjunkturellen Lage von Spanien oder Italien auf Anhieb assoziieren, zumal Menschen bei knappen Kasse, so paradox wie es klingt dazu neigen öfter bei stationären Händlern einzukaufen wegen der persönliche Beratung. Hinzu kommen noch die Unsicherheit und das Misstrauen der Konsumenten hinsichtlich Zahlungsmethoden. Wie Sie wissen, herrscht bei widriger finanzieller Lage eine größere Risikovermeidung.

      Sicher haben Sie Recht, es ist absolut natürlich, dass in Deutschland das Wachstum im E-Commerce-Sektor nicht mehr so stark ist. Hierzu möchte ich doch noch einmal betonen, dies ist kein Grund für die Händler in Schlaf zu verfallen. Es besteht größter Optimierungsbedarf bei den Online Angeboten. Die Entwicklung der Märkte im Bereich e-Commerce werden nach, wie vor von den Bedürfnissen der User stark beeinflusst, die aus Händlersicht vor allem durch eine gute Onmi-Channel-Strategie erfüllt werden können.

      Vielen Dank für den Hinweis auf Ihren Blog, lese ich gerne.
      Beste Grüße
      Jesús Martínez

  • Hallo Herr Martínez,

    ja, Sie haben natürlich völlig Recht, dass „Wachstum“ und „Spanien“ derzeit nicht unbedingt zu den gängigsten Assoziationen gehören. Aber de facto ist tatsächlich der eCommerce der einzige Wachstumssektor in Spanien – trotz der von Ihnen genannten, sicherlich auch zu berücksichtigenden Unsicherheiten.

    Ihrer Aussage, dass Händler angesichts der guten Marktlage in Deutschland keinesfalls in Untätigkeit verfallen dürfen, kann ich nur zustimmen. Auch wenn der Online-Einkauf für viele inzwischen selbstverständlich geworden ist: Die Ansprüche an einen möglichst reibungslosen und kundenfreundlichen Einkauf wachsen immer mehr…

    Herzliche Grüße
    Katja Flinzner

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